Lars Weitze

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Chromi...ich kannte Dich nicht - nur aus Erzählungen... ...die Welt hat einen wunderbaren Menschen verloren...

S.


“Ich bin nicht tot. Ich tausche nur die Räume ...”
(Michelangelo Buonarotti)

Wenn wir leise sind, hören wir es vielleicht. Nur ein Flüstern. Er hat sich nie in den Vordergrund gedrängt. Ein leiser Trost, damit wir nicht traurig sind. Ich bin nicht weg, flüstert uns da einer zu, und, ja, es könnte seine Stimme sein. Denn, Chromi war nicht nur ein wunderbarer und wertvoller Mensch, sondern wirklich aussergewöhnlich.

Lars Weitze (“Chromi”) starb am Samstag, den 4. Juni, infolge eines tragischen Unfalls in seiner Wiener Wohnung mit nur 31 Jahren. Die Nachricht traf uns wie ein Schock. Unvorstellbar, dass er wirklich fort gegangen war, dass er nicht mehr bei uns sein könnte. Vielleicht, weil er zu den Menschen gehörte, die immer schon mit einem Bein und Auge auch in anderen Welten unterwegs waren. Vielleicht ist er jetzt dort, in der besten aller Welten. Wir wünschen es ihm. more


Gästebuch[edit]

km21[edit]

Tja, Lars. Wer hätte das gedacht, dass der alte Ossi hier der erste ist, der Dir in Dein elektronisches Gedächtnis schreibt.

Wann hat der Mensch etwas erreicht, nachdem er sagen kann, dass er im Grunde gehen kann, ohne eine Lücke zu hinterlassen? Ich muss ehrlich sagen, die Lücke, die Du bei mir hinterlässt ist wesentlich grösser als Du Dir vorstellen kannst.

Du bist einer von denen, die mir geholfen haben, die andere Seite wahrzunehmen, die eigene Unkenntnis zu erkennen und mit der der anderen umzugehen. Dazu hast Du keine grossen Worte gebraucht, obwohl ich das Gefühl nicht loswerde, dass Du anderen Ortes auch gern eine grosse Lippe riskiert hast - worum ich Dich heute noch beneide!

'Das Leben', wie ich als eingefleischter Atheist es nenne, hat Dich abberufen und Du bis mitgegangen. Das ist ein Bild, das ich als Überbrückung akzeptieren kann, bis ich vielleicht eines Tages die Wahrheit erfahre, oder besser: eine Wahrheit, wie sie in denen, die nach dir leben, erhalten bleiben wird.

Soviel mit auf den Weg: Das Polygo-Gap-Problem ist noch nicht gelöst, dafür haben wir inzwischen eine kleine Voxelengine, die schon sichtbare Resultate produziert.


Zwei kleine Fotostories, die ich seit dem 18C3 aufbewahrt habe:

Der abgenerdete Photoroman Der abegschlossene Congress Krimi

Als ich sie das erste Mal sah, hat *ROTFL* tatsächlich zugetroffen.

--Pylon 01:48, 10 Jun 2005 (CEST)


Hab's eigentlich nicht so mit Lyrik,
aber das hier, lieber Chromi, ist für Dich ...

Larspoem.jpg

... und eine kleine Erinnerung an euren "Rock Lobster" aus kalkatraz - bei Dir gab es ja immer lecker Essen ;)

Hummer.jpg

alles andere später, bzw, per PM...
mach's gut, und grüss Joey, Douglas und Wau von uns!

Nika 11:03, 10 Jun 2005 (CEST)



"Einen guten Lehrer vergisst man nie."

heisst es. Du mit Deinen vielen Passionen hast mir Haende und Gaumen geoeffnet fuer Schwerter, Sushi und mehr...
Du hast mein Leben beruehrt und bereichert. Danke! Und mach's gut!

Missing you,

Corinna



Ich bin zwar ein Dau, aber war dann irgendwie sehr gerührt, auf der Lars-Gedenkseite die Nerd-Photoromane vorzufinden, die ich mal gemacht habe, als Lars auf dem Congress war und seine Webcam angeschlossen hatte und mir natürlich auch die Links zu den Congressphotos schickte. Gerührt war ich deshalb, weil ich der Klicki-Bunti-Designer-Fraktion angehörig, den Lars nicht wirklich immer (eher selten) verstanden habe, wenn er mir was von Linux erzählte (aber ich wusste, dass es keine Figur aus Asterix ist), aber ich hab ihm trotzdem immer gerne zugehört, weil ich es einfach genossen habe, wie er so begeistert war.

Das ist Leidenschaft und wer irgendeine echte Leidenschaft hat, der ist auch ein leidenschaftlicher Mensch und das war Lars (Genaueres erzähl ich euch, wenn ihr mal groß seid). Rumnerden war seine Welt und ich hatte es eben mehr mit dem Visuellen und dass der Zufall (denn ich schätze, es war nicht bekannt, dass ich die Urheberin bin) hier seine C4- Gedenkseite mit meinen Bildgeschichten zusammenführt, das hat mich irgendwie gefreut.

Es ist toll, zu sehen, wieviele gute Worte über Lars gesprochen werden und ich freu mich, dass ich in meiner Trauer nicht allein bin. Ich scheine da wohl mit dem Lars in eine verschissene Romeo- und Julia- Geschichte geraten zu sein, die genauso verschissen endete wie die Vorlage. Dabei war schon ein Happy End in Sicht, denn wir hatten uns ja im Dezember wieder gefunden und deshalb wollte er zurück nach Köln kommen.

Das Leben ist verdammt unfair!

Lars Freundin, Monika


Memories and I,
Stand in silence without thought,
A tree uprooted.

Yours faithfully,

Nightlynx 00:48, 11 Jun 2005 (CEST)

deeply touched by ChromeD's personality.


Hab dich so oft gesehen und mir immer gedacht das ist bestimmt ein so interessanter Mensch den musst du mal näher kennenlernen, leider kommt es jetzt wohl nicht mehr dazu. 212.202.53.73 15:07, 11 Jun 2005 (CEST)



In den Gedanken derer, die Dich gekannt haben, lebst Du weiter.

ich werde Dich vermissen
Lars Z.

Larsweitzeevoke.jpg


Als du noch gelebt hast, konnten wir uns nicht leiden. Doch wenn ich hier und anderswo sehe, dass dein Wechsel in eine andere Welt ein rießiges Loch hinterlässt. So warst du ein einzigartiger Mensch, den ich leider nie kennenlernen durfte. Vielleicht sehen wir uns wieder hinter dem Schleier des Todes.

Phantasus


Todesanzeige.jpg

Anzeige im Kölner Stadt Anzeiger vom 23. Juni 2005


chromi, ich glaub es einfach nicht. Was fällt Dir eigentlich ein, hier einfach so abzuhaun? Sone Scheisse! Was meinst Du wohl, wer mir jetzt hilft, wenn mein Linux durchdreht oder ich mal wieder zu blöd bin?
Du warst ein toller Nachbar. Schade, dass Du nach Wien gezogen bist, aber ich habe mich darauf gefreut, Dich wieder in Köln zu haben. Nu wird das wohl nix. Was soll ich sagen, ich konnte leider nicht zu Deiner Beerdigung gehn, aber ich besuch Dich mal in Krefeld in Deiner neuen "Bleibe".
Ich hab's immer noch nicht ganz gecheckt, dass Du jetzt halt nie wieder kommst. Dass es das jetzt war. Dass Du mir die lezte Mail, die ich Dir schrieb als Du wohl schon tot warst und keineR es wusste, nie beantworten wirst.
Es gibt viel zu sagen zu Dir, Du konntest zwar echt ganz schön nerven manchmal, aber im Grunde habe ich Dich immer geschätzt und gäb es einfach mehr von Deiner Sorte auf dieser Welt, dann könnte ich mir auch besser vorstellen, das eine schönere Welt möglich ist. Schade, nun wirst Du den Anarchismus definitiv nicht erleben, zumindest nicht in dieser Form der Existenz. Auch für uns noch hier weilende ist das zwar alles andere als wahrscheinlich, uns bleibt da aber wenigstens die Hoffnung zur Möglichkeit.
Aber ich wünsche Dir, dass es da wo Du Dich nun befindest, so geil ist, dass die Vorstellung der Anarchie ein Witz ist dagegen und Du da nicht mehr weg willst. Und vielleicht sehen wir uns dort auch wieder. Irgendwie macht mich das neidisch, dass Du jetzt weißt, was kommt, wir nicht.

Only the good die young. [wenigstens kannst Du jetzt nicht mehr spießig und gewöhnlich werden]

won't forgetcha: Die "Lieblingsanarchistin"

"Wenn jemand stirbt, nicht das allein ist Tod.
Tod ist, wenn jemand lebt, und es nicht weiß."
Rainer Maria Rilke


Ich bin kein Mensch der grossen Worte. Aber unter http://koeln.ccc.de/~cefalon/in_memoriam_chromie.mpg finden sich meine filmischen Erinnerungen an Chromie (5 min, 250 MB).

cefalon


Danksagungskarte der Eltern Lars Weitze/Danksagungskarte


ich hab dich, glaube ich, mehr gemocht als du mitbekommen hast. und so scheisse ich dich manchmal fand, so sehr hat mich deine grosszuegigkeit und offenheit beeindruckt. ich wuenschte, wir haetten mehr miteinander gesprochen.

.rm


nun ist es über ein jahr her, dass wir dich fanden..
ich kann nicht aufhören zu zweifeln.
dieser tag gehört ganz dir..

an alle freunde von lars: hier findet ihr noch eine kleine seite im uboot, seiner letzten arbeitsstelle, die wir seitdem aufrecht erhalten: http://chrome.uboot.com/


Nun ist es drei Jahre her... Ich wollte Dir im SG schreiben, wie ich es in den letzten drei Jahren immer wieder getan habe, doch ich mußte feststellen, daß Dein Profil dort gelöscht wurde. Auf der Suche habe ich diese Seite gefunden und freue mich unendlich darüber, daß es so viele Menschen gibt, denen Du auch unendlich viel bedeutet hast. Ein Teil von mir hat Dich geliebt und wird es immer tun, obwohl wir nur wenige Momente gemeinsam hatten. Als ich Dich in Wien besuchte und wir diese wenigen Tage zusammen verbrachten hätte ich nie geglaubt, daß Du nur wenige Wochen später nicht mehr in dieser Welt sein würdest. Ich vermisse Deine Nähe noch heute.... Ich möchte noch ein Zitat hinzufügen, von dem ich weiß, daß es Dir wichtig war: "I am truely free only when all human beings, men and women, are equally free." - Mikhail Bakunin Ich hoffe Du hast Deine Freiheit gefunden! Ich werde die Narbe, die unsere kurze Liebe in meinem Herz hinterlassen hat für immer mit Stolz tragen!!

SAM


Heute vor 9 Jahren auf den Tag genau haben wir uns das letzte mal gesehen und es war mir eine Ehre den letzten Abend deines Lebens gemeinsam mit dir durch die Nacht ziehen zu können. Goodspeed old friend!

Da uboot.com inzwischen leider offline ist verschiebe ich einen text der lars letzten tag hier bei uns beschreibt in dieses wiki:


nun ein halbes jahr nach lars tod habe ich beschlossen hier an dieser stelle von seinem letzten tag auf erden zu berichten, soweit er mir in erinnerung geblieben ist. einerseits um seinen freunden und familienangehörigen einen teil meiner erinnerungen an lars letzte zeit hier zu schenken, anderdererseits um diese erinnerungen für mich selbst lebendig zu halten. obwohl ich lars arbeitskollege und freund war, verbrachten wir in seinen letzten tagen gemeinsam aussergewöhnlich viel zeit.

ich habe die details dieses freitags noch genau im kopf, es war ein warmer und sonniger frühsommertag. lars kam wie gewöhnlich kurz nach 10:00 ins büro und war - wie fast immer noch ein wenig verschlafen. am vorabend waren wir gemeinsam noch unterwegs gewesen neue games für die playstation zu besorgen und nachher hatten wir noch ein hervorragendes sushi mit sake. lars bestellte auf japanisch was zu verwirrung führte denn die kellnerin war chinesin und verstand kein wort. die fahrt nach hause im offenen cabrio über den nächtlichen gürtel war von der stimmung her phantastisch, die anlage auf anschlag aufgedreht, lars verlangte noch eine extrarunde weil er von der stimmung nicht genug bekommen konnte.

nachdem der übliche vormittagsstress abgearbeitet war gingen wir gemeinsam mit jacky zum italiener mittag essen, ich hatte ein caprese, jacky gnocchi alla sorentina ich weiss aber nicht mehr was lars gegessen hat. jedenfalls hat es spass gemacht. wir saßen im freien und lars und ich waren offensichtlich bemüht möglichst viel sonne abzubekommen. unser sonnenhunger schien jacky zu verwirren, passte es doch überhaupt nicht zum bild das wir - ständig schwarz gekleidet - wohl vermitteln mussten.

der nachmittag war arbeitstechnisch recht stressig, wir wurden aber bald aus dem arbeitsfluss gerissen als ein arbeitskollege darauf drängte endlich das schon lange besprochene star wars video mit lars und mir für die aezpskin seite zu drehen. in meiner ganzen zeit mit lars hatte ich wohl selten soviel spass wie bei dem knapp einstündigen dreh für den kurzen spot, (der übrigens hier bezogen werden kann http://media.uboot.com/aezpskin/movies/starwars_johannes.rm)

gegen 17:00 war das material im kasten. da am freitag um diese zeit sonst niemand mehr im büro war beschlossen wir dass es keinen sinn machte noch mit arbeit zu beginnen. stattdessen spielten wir etwa 1 stunde lang ein one-on-one deathmatch in unreal tournament 2004 über das netzwerk. lars war in den monaten die ich mit ihm geübt hatte richtig gut geworden und in den letzten wochen gelang es ihm regelmäßig mich zu fraggen, gewonnen hat er glaube ich nur ein einziges mal gegen mich. soweit ich weiss nicht jedoch an diesem freitag.

gegen 18:00 verliessen wir das büro - verabredeten uns aber für später um gemeinsam die nacht unsicher zu machen. ich fuhr nach hause und gegen 20:30 rief lars kurz an um zu fragen welche kleidung für den club den wir besuchen wollten wohl angemessen wäre. meine standardantwort auf diese frage "jeans und tshirt - hauptsache schwarz" wurde mit dem für lars typischen "metaller habe einfach keinen stil" quitiert und er meinte er würde noch ein wenig zeit brauchen um sich stilgerecht in schale zu werfen.

als wir uns dann gegen 22:00 am westbahnhof trafen war ich erstaunt, dass er neben schwarzen hosen nur sein lieblingstshirt mit dem roten pentagramm neben schwarzem mantel und kappe trug. nachträglich finde ich es schade, dass ich ihn nicht ermutigt habe sich mehr in schale zu werfen, es wäre ein hierfür würdiger abend gewesen. auf dem weg in den club und später plauderten wir über unsere üblichen themen: arbeit, computer, musik, frauen.

der metal-club war ziemlich öde, wir waren schon lange nicht mehr dort und das publikum hatte sich in der zwischenzeit stark verändert, irgendwie wirkte alles recht runtergekommen, billige anlage, schlechte musik, selbst der absinth konnte das nicht wirklich ändern. so beschlossen wir nach etwa 2 stunden das lokal zu wechseln. wir fuhren quer durch die stadt in ein anderes metallokal wo es dann besser war. ich liebte es mit lars unterwegs zu sein... wir hatten jedenfalls unseren spass noch ein paar bier, die musik war besser und unsere gespräche waren interessant. wir redeten darüber dass wir uns tattoowieren lassen wollten und lars versuchte mich davon zu überzeugen, dass ein japanischer samuraidrache das einzig richtige motiv für uns sei. gegen 3:00 morgens packte uns der hunger und die müdigkeit, wir wanderten vor richtung gürtel und kauften uns jeder ein hotdog mit einer dose cola. dann setzten wir uns auf eine parkbank direkt am gürtel, aßen und tranken während wir die vorbeifahrenden autos beobachteten. da wir gleich in der nähe meiner wohnung waren bot ich lars an bei mir auf der couch zu pennen um sich das geld für das taxi zu sparen, da ich aber zu müde war um noch weiter bei mir zu feiern beschloss lars nach hause zu fahren.

wir gingen noch ein stück gemeinsam, als ich dann in die gasse abbog in der ich wohnte verabschiedeten wir uns, gaben einander die hand (was wir fast nie machten) sagten noch beide "machs gut alter" und dann ging jeder seinen eigenen weg.

vermutlich war ich der letzte mensch der mit lars gesprochen hat. mir bleibt nur nochmals zu betonen, dass es ihm gut ging dass er eine schöne letzte woche hatte, mit viel spass, hoffnung, plänen und lachen und dass ich mir für mich selbst keine bessere woche als meine letzte wünschen würde als eine dieser art.

ich habe daraus gelernt, mich täglich bewusst über die kleinigkeiten im leben zu freuen, das prikeln eines schlucks cola im mund, die spiegelungen in einer regenpfütze, ein lächelndes gesicht, ein 64k demo, ein perfekt gespieltes arpeggio... - das sind die wirklich wichtigen dinge, die das leben lebenswert machen, deshalb bin ich hier alles andere ist gleichgültig....